21.08.12

China auf dem Vormarsch - auch im Schach

Der legendäre Lange Marsch vor 77 Jahren war ein Rückzug der chinesischen Kommunisten, der ihre Kräfte fast völlig aufzehrte. Die Sportler des modernen China dagegen strotzen vor Kraft und befinden sich schier unaufhaltsam auf dem Marsch nach Vorn. Das war gerade wieder am Medaillenspiegel von London abzulesen.
Hou Yifan
Ähnliches gilt im Schach, wo besonders die jungen Frauen Ausrufezeichen setzen. Sie stellen mit Hou Yifan die aktuelle Weltmeisterin und mit Zhao Xue und Ju Wenjun die Hälfte derer, die für 2013 noch Chancen auf die Herausforderung haben. In der Elo-Weltrangliste sind 12 Chinesinnen unter den Top-100 zu finden.
Wang Hao
Nicht so stürmisch, aber ebenfalls spürbar, kommen die Männer voran, die bisher bei den Elo-Top-100 mit 5 GM vertreten sind. Wang Hao hat durch seinen Turniersieg in Biel (vor Carlsen) gezeigt, dass mit seinesgleichen auch in der Weltspitze zu rechnen ist.
Bei der gerade beendeten Junioren-WM in Athen rangierten zwei Chinesen unter den ersten Fünf und bei den jungen Frauen gewann Guo Qi sogar den Titel.
Denkt man allerdings daran, dass China mit 1,35 Mrd Menschen rund ein Fünftel der Weltbevölkerung stellt, dann ist die gelbe Aufholjagd gar nicht so verwunderlich.
rit