
Bei einer Aufführung des Barbier von Sevilla saß er
mit Karl von Braunschweig und Graf Isouard in deren Loge in der Pariser Oper.
Den Dreien war es offenbar langweilig und so taten sich die beiden Adligen
beratend zusammen und forderten das Genie zu einer Partie heraus, deren
Endstellung im Diagramm zu sehen ist.
Mit dieser Opernlaune hat Morphy (Weiß) ein berühmtes
Werk geschaffen, dessen Entwicklung wir im folgenden aufzeigen:
2. Sf3 d6
Philidor-Verteidigung
3. d4 Lg4
Kostet das Läuferpaar
4. dxe5 Lxf3
5. Dxf3 dxe5
6. Lc4 Sf6
7. Db3 De7 Diagramm
Weiß verzichtet zugunsten der Entwicklung
des Springers auf Materialgewinn mittels
8. Sc3 c6
Schwarz deckt den Bauern b7
9. Lg5 b5
Untauglicher Angriff, besser b6
10. Sxb5 cx
Das Springer-Opfer ist korrekt
11.Lxb5+ Sbd7
Weiß kann in aller Seelenruhe mit der
langen Rochade seine Entwicklung beenden.
Der schwarze König ist eingeschnürt,
das Verhängnis nimmt seinen Lauf.
13. Txd7 Txd7
14. Td1 De6 Diagramm
Noch ein Versuch, die Damen zu tauschen
15. Lxd7 Sxd7
16. Db8+ Sxb8
Ein Damenopfer lenkt den Springer ab
17. Td8# Titel-Diagramm
Später (1867) zog sich Morphy, inzwischen Anwalt, aber als solcher wenig erfolgreich, ganz vom Schach zurück und starb vereinsamt und geistig verwirrt schon mit 47 Jahren in seiner Heimatstadt New Orleans.
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