23.02.18

Fischer Random = Chess960

Der kürzlich stattgefundene Schaukampf zwischen Carlsen und Nakamura im Chess960 gibt Anlass, hier ein paar erklärende Worte zu der besonderen Spielweise zu verlieren:
Dem Schachgenie Bobby Fischer war das herkömmliche Spiel zu eintönig geworden. Ausgelutschte Eröffnungen und bindfadenartige Abspiele gefielen ihm nicht mehr. Er sann daher auf Abwechslung. Ergebnis seiner Überlegungen war, die Grundaufstellung der Figuren zu flexibilisieren. Der Prototyp wurde 1996 vorgestellt.
Das Grundprinzip: Die Bauernreihe bleibt unverändert, aber die Offiziersreihe kann (bis auf wenige Ausnahmen) wahllos durcheinandergewürfelt werden. Dabei sind 960 Ausgangsstellungen möglich, die man wählen oder auslosen kann. Dem Kind gab man den Namen "Fischer Random Chess". Das englische random bedeutet zufällig/willkürlich/beliebig. Später folgte noch der Begriff "Chess960", abgeleitet von der Anzahl der möglichen Grundstellungen.
Der Hauptunterschied zum herkömmlichen Schach besteht darin, dass nicht auf auswendig gelernte Eröffnungen zurückgegriffen werden kann. Auch spezielle Vorbereitungen sind kaum möglich, weil die Figurenstellung erst kurz vor Spielbeginn ausgelost wird. Die Kontrahenten sind also allein auf ihre Spielintelligenz angewiesen.
Obwohl sehr reizvoll, hat sich die Spielweise beim normalen Schachliebhaber bis heute nicht recht durchgesetzt. Bequemlichkeit und die Scheu vor Unbekanntem lassen die Leute lieber weiter auf  gewohnten Pfaden wandeln. Es gibt zwar durchaus entsprechende Turniere und Chess960 ist auch von der Fide anerkannt, aber auf Weltklasseniveau kommt die Spielweise eher nur als exotischer Zeitvertreib vor.
Wer mehr über spezielle Regelungen und Eigenheiten von Chess960 wissen möchte, kann hier bei Wikipedia nachschlagen.
rit